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Informationen für Ihren Urlaub in Galicien
Allgemeines
Galicien ist da, wo Europa beginnt. Wo die
atemberaubend höchsten Steilküsten an herrlich grünes Land 400 Meter
über dem Meeresspiegel angrenzen. Wo trichterförmige Flussmündungen,
die so genannten Rias, das fruchtbare Land durchziehen und das Land mit
dem Meer verknüpfen. Wo Kühe auf grünen Koppeln weiden, wo bunter
Fischerdörfer die 300 km Sandstrand säumen und wo hervorragender Wein
wächst. Galicien ist das „immergrüne“ Spanien. Es vereint nicht nur auf
wunderbare Weise noch heute Tradition und Landwirtschaft, sondern
glänzt mit einer historischen Sensation: Ihre Hauptattraktion ist der
Pilgerweg nach Santiago de Compostella.
Nicht nur Kulturinteressierte, sondern gerade tausende Pilger besuchen
jährlich den westlichsten Zipfels Spaniens. Galicien grenzt an den
Atlantik, Portugal sowie an die spanischen Regionen Asturien und
Kastilien-León. Das von den Galiciern selbst als „bezwungenes Land“
bezeichnete Gebiet ist durch eine Bergkette vom restlichen Europa
getrennt. Ihre höchste Erhebung ist der Pena Tevina mit 2100 m Höhe.
Das Land mit den etwa 2,7 Millionen Einwohnern lebt vom Fischfang und
der Landwirtschaft. Neben Spanisch wird auch Galicisch gesprochen, das
seit 2005 eine der offiziellen Sprache der Autonomen Region Galicien
ist. Schon in der Bronzezeit wurde hier Metall verarbeitet.
Geschichte
Bereits vor etwa 25.000 Jahren gab es
menschliche Besiedelungen in Galicien. Funde von Steinwerkzeuge der
Region können auf die Zeit etwa 8.000 v. Chr. datiert werden.
Megalithanlagen belegen noch heute Spuren der Besiedelung. Schon damals
begann die Fischerei, die auch heute noch Haupteinnahmequelle der
Region ist. Etwa im 7. Jahrhundert eroberten die Kelten das Gebiet. 135
v. Chr. fielen die Römer ein, und unter Cäsar wurde Galicien zur
römischen Provinz Gallaecia.
Die Strassen der Römer waren bis in Mittelalter hinein die einzigen
Wege in einer der westlichsten Regionen Europas. Die fast ganz Spanien
beherrschende maurische Belagerung, die ihre Mündung in das
Herrschaftsgebiet Al-Andalus
fand, kann für Galicien nicht nachgewiesen werden. Dafür kam im Jahr
813 das Grab mit den vermeintlichen Gebeinen des Apostels Jakob
(spanisch Santiago) an die Öffentlichkeit. Gläubige Christen pilgern
seitdem zu dieser Fundstätte. Heute steht dort die im Jahre 1075
errichtete Kathedrale von Santiago de Compostela, die 1211 geweiht
wurde. Im Laufe der Jahrhunderte war Galicien mal ein Königreich, mal
gehörte es zum Königreich León oder zu Kastilien. Aufgrund seiner
regionalen Abgeschiedenheit blieb Galicien wirtschaftlich so
rückständig, dass zu Beginn des 19. Jahrhundert über zwei Millionen
Menschen nach Brasilien und Argentinien emigrierten. Im Zuge der
Demokratisierung Spaniens wurde die Region wie Katalonien und dem
Baskenland als historische Nationalität anerkannt. 1980 erhielt sie ein
Autonomiestatut. Seit etwa zwei Jahrzehnten kehren viele Emigranten
zurück.
Größere Städte in Galicien
Santiago de Compostela ist eine ganz außergewöhnliche
europäische Stadt und die Hauptstadt der Autonomen Region Galicien.
Seit dem Jahr 830 ist sie nach Rom und Jerusalem eines der
bedeutendsten Pilgerzentrum und Wallfahrtsort des christlichen
Mittelalters. Die Stadt mit rund 90.000 Einwohnern war 2000
Kulturhauptstadt Europas. Der Camino de Santiago (Jakobsweg)
wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben. 1985 wurde die
Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 1987 folgte dann der
Pilgerpfad Jakobsweg als „erster europäischer Kulturweg. So sagte schon
Goethe „Europa entstand bei den Pilgerungen nach Compostela“.
Die noch aus dem Mittelalter stammenden und durch die Nicht-Besetzung
der Mauren heute noch architektonisch gut erhaltenen galicischen Städte haben ihren ganz besonderes Flair bis zum heutigen Tage bewahrt. Zum Meer gewandt sind A Coruña und Vigo sehr größere Städte. Lugo, Ferrol und Pontevedra sind eher traditionelle Städte mit Verwaltung und Industrie.
Lugo
hat neben seinen historisch gut erhaltenen Stadtmauern ein Kloster,
eine Kathedrale sowie heute noch klar auszumachende römische Thermen,
die einen Besuch lohnen.
Pontevedra
ist die Provinzhauptstadt vom Rías Baixas und glänzt mit Kirchen,
Klosterruinen sowie einer Basilika. Im nahe gelegenen Ort A Guarda gibt
es keltische Siedlung mit ovalen Häusern zu bestaunen. Hier wächst Wein
mit herrlichen Noten des Meeres.
Sehenswertes in Galicien
Pilgerweg
Seit Jahren erlebt der Pilgerweg nach Santiago des Compostela
einen immer höher werdenden Ansturm christlicher Gläubiger: Kamen im 9.
Jahrhundert etwa eine halbe Million Menschen des Weges, so waren es im
12. Jahrhundert etwa eine Million Pilger pro Jahr. Auch heute noch
erfreut sich der Jakobsweg uneingeschränkter Beliebtheit, wobei die
Motive der Pilgerung von christlichen über spirituelle bis hin zu
künstlerischen Bekenntnissen reicht. 1999 zählte man im Pilgerbüro mehr
als 154.000 Pilger, davon kamen 128.000 zu Fuß, 24.000 per Rad und 1400
per Pferd. Im 12. Jahrhundert wurde in der Stadt der Vorläufer der
europäischen Reiseratgeber produziert der Codex Calixtinus. Er informierte ausführlich den Wegverlauf.
Das Einzugsgebiet reichte bis nach Skandinavien und in das östliche
Mitteleuropa. Im 15. Jahrhundert wurden heilige Jahre eingeführt, die
immer dann stattfinden, wenn der Jakobstag (25. Juli) auf einen Sonntag
fällt. Das letzte Heilige Jahr fand 2004 statt, das nächste wird 2010
sein. Seit dem Heiligen Jahr 1976 erlebt der Jakobsweg eine
Renaissance. Jährlich treffen durchschnittlich 75.000 Pilger ein.
Kathedrale von Santiago de Compostela
Wer in Galicien weilt, der sollte einen Besuch des wohl am meisten
beeindruckenden Bauwerkes der Region, der Kathedrale von Santiago de
Compostela, nicht versäumen. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und
natürlich Galiciens. Die Kathedrale steht über der angeblichen
Grabstätte des Apostels Jakob. Der Beginn ihrer Errichtung wird auf
1077 datiert unter der Herrschaft Alfons VI. Heute ist nur noch das
romanische Südportal in der ursprünglichen Gestalt erhalten. Insgesamt
finden sich viele Baustile (Barock, Neoklassizismus, Gotik).
Mehr als imposant neben dem vergoldeten Baldachin hängt über dem Altar das Botafumeiro
ein etwa 1,60 m großes Weihrauchfass, das an einem etwa 30 Meter langen
Seil von der Decke hängt. Manchmal wird es von acht Männern in Bewegung
gesetzt und bis hoch unter die Decke geschwungen. Es wird vermutet,
dass dieses besonders große Weihrauchgefäß dazu diente, die
Ausdünstungen der Pilger zu übertünchen.
Altstadt von Santiago de Compostela
Nicht ohne Grund wurde die Altstadt des Wallfahrtsortes unter
UNESCO Weltkulturerbe gestellt Die am meisten belebte Straße in der
Altstadt Santiagos ist die Rúa de Franco. Sie führt zum Platz
vor der Kathedrale. Aufgrund der regen Besucherverkehrs finden sich
ausreichend in ihrer Umgebung Restaurants mit galizischen
Spezialitäten.
Parque de Bonaval in Santiago de Compostela
Dieser historische Park ist gerade erst ein Jahrzehnt alt. Er
besteht aus drei Teilen: Carballeira de San Domingos, Huerta de San
Domingos und das ehemalige Campo Santo. Hier wachsen knapp 30
Pflanzenarten, die insgesamt 150 Pflanzen im ganzen Park bilden.
Bekannte Bauwerke des Parls sind unter anderem die Kirche, der Panteon,
das Museo de Pobo Galego und das Museum für Zeitgenössische Kunst Álvaro Siza. Zudem bietet sich hier ein atemberaubender Blick auf Santiagos Innenstadt.
Weitere Kathedralen von unschätzbarem Wert stehen in Orense, Lugo und Tui. Und die über die Grenzen hinaus bekannten religiösen Orte wie Kloster San Salvador oder das Kloster Santa María verdienen weiterhin Beachtung und lohnen einen Tagesausflug.
Der aus der römischen Eroberung im 2. Jahrhundert v. Chr. stammende Herkules-Leuchtturm
im Ort A Coruña freut sich immer auf Besuch. Man bezwingt seine 68
Höhenmeter, indem man seine 242 Stufen besteigt. Damit eröffnet sich
dem Treppensteiger ein herrlicher Anblick über Meer und Stadt.
Ebenso das Cabo Finisterre. Das so genannte „Ende der
Welt" in Galicien besteht aus einer Halbinsel etwa 60 Kilometer von
Santiago entfernt. Seine Erhebungen aus Granit ragen etwa 600 Meter
hoch über den Meer. Es ist nicht der westlichste Zipfel Europas.
Eine noch mit vollständig erhaltenen Häusern in runder, ovaler und quadratischer Form keltische Siedlung
liegt unweit von Pontevedra. Erst 1913 wurde sie durch den Bau einer
Schnellstraße entdeckt, und bereits 1931 zum historischen Kulturdenkmal
erklärt. Die Funde stammen von den Ureinwohner des Monte de Santa Tecla, die die Grundzüge der iberischen Burgen legten.
Auf den Inseln (Inselgruppe) Cíes kann man ein präromanisches Dorf besichtigen.
Sport und Freizeit in Galicien
Sonnenstrände
Wer in Galicien baden will, der findet einige
wenige (unten aufgeführte) Kilometer lange Sandstrände und sehr oft
nicht einmal einhundert Meter lange, kleine Buchten in der zerklüfteten
Steilklippen-Küstenlinie vor:
Der Strand von Carnota in La Coruna besitzt herrlich
karibisches Wasser. Die Bucht mit feinem weißem Sand ist gesäumt von
einer kleinen Bergkette, die mit grüner Vegetation bedeckt ist.
Der Strand Foz
steht dem Strand Carnota in nichts nach. Er wartet sogar mit einem gut
bewachsenen Dünenbereich auf, so dass der Strand noch ein sehr
natürlich gewachsenes Aussehen bewahren konnte. Hervorragende
Infrastruktur lässt keine Wünsche offen.
Der Strand Ribadeo bei Lugo ist wegen seiner bizarren, in
das Meer wie hineingewachsen scheinenden Felsformationen einer der
bekanntesten von Galicien. Winde und Wasser gaben ihm sein Aussehen.
Der nur 300 Meter lange Strand besitzt wunderbaren feinen Sand.
Ein etwa ein Kilometer langer Sandstrand mit gelben Sand und Dünen nennt sich Mexiolleira bei dem Ort O Grove in der Region Pontevedra.
Der Strand A Lanzada bei Pontevedra ergötzt alle Badenden
mit wunderbar türkisfarbenem Wasser. Taucher und Surfen kommen an
diesem mehr als zwei Kilometer langen Strand mit gutem Wellengang auf
ihre Kosten.
Wellnessmöglichkeiten
In Galicien gibt es insgesamt 19 Thermalbäder, die sich auf die vier
Provinzen um die Städte Pontevedra, Ourense, Lugo und La Coruña
verteilen. Entdeckt wurden die heißen Quellen bereits von den Römern,
die seit dem zweiten Jahrhundert vor Christus die Region besiedelten.
So entpuppte sich die Region als neues Wellness-Zentrum der gesamten
iberischen Halbinsel.
Naturparks
Eine herrliche Natur-Attraktion bestehend aus vier Inseln ist der etwa 8000 Hektar große Nationalpark Islas Atlánticas.
Er befindet sich in der Provinz Pontevedra im Rias Baixas. Dieses gut
geschützte Ökosystem ist vor allem eines: Rückzugsgebiet für allerlei
Vogelarten. Unter Wasser wurden neben Delfinen, Robben, Walen und
Schildkröten auch 200 Algenarten gezählt. Den Park kann man nur per
Schiff erreichen.
Küche und Wein
Galicische Gerichte
Was verspeisen Bewohner einer Küstenregionen?
Natürlich alles, was das Meer bietet. So gehören zu den Spezialitäten
der galizischen Küche Krusten- und Schalenweichtiere, darunter die
berühmten Jakobsmuscheln, Entenmuscheln, Langusten und Austern. Ganz
besonders stehen die pulpos die Seekraken sowie weiterer Fisch wie Seehecht oder Stockfisch hoch im Kurs bei den Einheimischen.
Typisch für die kräftige, herzhafte Küche sind zudem deftige Eintöpfe.
Unbedingt probieren sollte man die Teigtaschen mit der würzigen Füllung, die Empanada.
In der Regel werden sie in herkömmlichen Bäckereien verkauft. Die
Füllung enthält eine Grundlage aus Tomaten, Paprika und Zwiebeln und
wird angereichert mit Fisch oder Hackfleisch. Die Empanada ist ganz
Spanien mit einer Thunfisch-Füllung beliebt, in Galicien erfreut am
meisten die Meeresfrüchte-Füllung den Gaumen Genussfreudiger. Bereits
im Jahr 1188 wurde eine Empanada im Glorienportal der Kathedrale zu
Santiago de Compostela dargestellt. Etwa 300 gastronomische Feste feiert Galicien jährlich.
Wein
Galicien ist aufgrund seiner regenreichen Sommer und nicht allzu kalter
Winter eine Weinanbauregion. Ihre Regblächen liegen in der Nähe zu
Portugal. Die wichtigste Rebsorte ist die weiße Albariño, der immer
einen Hauch Meer in der Nase und am Gaumen mitbringt. Zurzeit
existieren fünf Herkunftsbezeichnungen (abgekürzt D.O.) für Weine aus
der Region. Sie heißen Ribeiro, Valdeorras, Rias Baicas, Ribeira Sacra
und Monterrey.
Einkaufsführer
In Santiago de Compostela kauft man die so
genanten Boinnas, die Baskenmützen. Überall gibt es eine große Auswahl
an Lederschuhen, Wäsche, Keramik, sowie Mandelgebäck und Delikatessen.
Klima und Wetter in Galicien
Galicien steht unter dem Einfluss des Atlantiks. Daher ist sein
Klima ausgesprochen mild, jedoch sehr feucht. Etwa 2000 Sonnenstunden
hat Galicien, das sind zwei Drittel der Costa Blanca. Ein superlativ
hat die Region zu bieten: Sie ist mit 150 Regentage die regenreichste
Region Spaniens. Häufige Nebel und Winder können manchen Urlaubstag
erschweren, erinnern aber durch das hügelige Grasland auch an die
Bretagne. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 13 Grad auf dem
land und 9 Grad Celsius in den Bergen.
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