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Spanischer Wein
Temperamentvoll, feurig, kraftvoll und erdverbunden mehr als tausend
Worte reichen nicht aus, wolle man den Charakter spanischer Weine
beschreiben. Und so vielfältig wie sein Ruf, ist Spanien selbst in
Sachen Wein ein Land der Superlative. Es hat mit 1,1 Millionen Hektar
die meiste Rebfläche der Welt pro Land. Angeblich werden über
sagenhafte 600 Rebsorten in Spanien gekeltert, wobei nur 20 von ihnen
bereits 80 Prozent der Rebfläche des Landes ausmachen. Trotzdem es
hinter der Produktion von Italien und Frankreich steht, gibt es
weltweit wohl kein anderes Wein produzierendes Land, welches sich in
den letzten Jahren derart gemausert hat. So haben innerhalb der letzten
zehn Jahre viele Weine und auch der spanischen Schaumwein Cava in Form
von Freixenet den Sprung in die europäischen und internationalen
Wein-Läden geschafft.
Spanien produziert Rotweine (vino tinto), Weißweine (vino blanco),
hervorragende Roséweine (vino rosado) und Schaumweine (Cava).
Unterschieden werden Tafelweine und Qualitätsweine. Es gibt mehr als 40
Anbaugebiete. Die besten Trinkweine Spaniens kommen aus dem
weltbekannten Rioja, aus Valdepenas, dem Penedès, dem Ribera del Duero,
aus Navarra, aus Somontano und Galicien. Rioja und Ribera del Duero
erzeugen vorwiegend Rotweine, im Penedés wächst hervorragender Weißwein
und aus Galicien kommen elegante und blumige Weißweine. Am
ansprechendsten sind unter anderem die fruchtigen Roséweine aus
Utiel-Requena. In und um Valencia werden körperreichen Rot- und
Weißweine produziert. Andalusien widmet sich mehr der Erzeugung von
Apertif- und Dessertweinen nach der Solera-Methode. Dabei werden ältere
mit jüngeren Weinen fortlaufend miteinander verschnitten. Neben dem
Sherry sind Weine aus Montilla-Moriles und die klassischen Dessertweine
aus Málaga weltweit bekannt.
Weitere wichtige Qualitätsmerkmale sind die Reifedauer und die Beschaffenheit des Fasses. So werden spanischen Rotweine folgendermaßen klassifiziert: Vino de mesa ist ein preiswerter Tischwein. Eine Crianza ist ein mindestens zwei Jahre gereifter (davon mindestens ein halbes Jahr im Eichenholzfass) Wein. Eine Reserva ist ein Wein, der mindestes drei Jahre und davon mindestens ein Jahr lang im Eichenholzfass lag. Und die Göttin unter den spanischen Rotweinen ist eine Gran Reservera mit einer Lagerzeit von insgesamt fünf Jahren im Fass, mindestens davon zwei im Eichenholzfass. Auch geographisch bedingt wächst wunderbarer Wein auf der Iberischen Halbinsel. Die Böden sind meist trocken und arm. Im Zentralplateau La Mancha mit steppenartigem Klima werden etwa 35 Prozent aller spanischen Weine erzeugt. Nicht nur das wussten bereits die Iberer zu nutzen. Bereits 2000 v. Chr. wurde mit dem Weinbau durch die Römer begonnen. Spanien arbeitet erst seit einem Jahrzehnt in seiner Weinproduktion nach dem Motto „Qualität vor Quantität“. Es fanden Fortschritte zur Verbesserung der Reberträge und der Klonen der eigenen Rebsorten statt. So können heute spanische Weine im Vergleich mit den besten Kreszensen anderer Anbaugebiete standhalten. Das gilt insbesondere für die neue Generation der Rioja-Weine aus handverlesenen Trauben. |
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